Anfrage gemäß § 8 der GO des Rates der Stadt Siegen 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die Förderung von Familien und deren Schutz sowie die Verbesserung der Familienfreundlichkeit ist in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit insbesondere durch die Diskussion über die demografische Entwicklung und deren Auswirkung zunehmend ins Blickfeld des Interesses gelangt. Die geringe Geburtenrate bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung führt zu einer grundlegenden Veränderung der Altersstruktur in der Gesellschaft mit Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Diese Entwicklung zeichnet sich sowohl europaweit als auch bundes- und landesweit ab. Sie betrifft Städte und Gemeinden in unterschiedlicher Ausprägung. Der familienpolitische Handlungsbedarf in Siegen ist groß. Darin sind sich alle Ratsfraktionen einig. Anders als in anderen Städten wird in Siegen kein regelmäßiger Familienbericht aufgelegt, aus dem die Planungen, konkreten Maßnahmen und Aktivitäten zu dem Thema aufgelistet sind.
Vor diesem Hintergrund bitten in der nächsten Sitzung des Rates wir um Beantwortung folgender Fragen:

  1. Welche konkreten Maßnahmen und Projekte wurden seit Bestehen des Siegener Bündnisses aus dem Jahre 2006 über die zuvor schon bestehenden Angebote hinaus für Familien auf den Weg gebracht?
    (Wir bitten um vollständige und detaillierte Auflistung der Maßnahmen und Darstellung des aktuellen Sachstandes.) 
  2. Welche neuen konkreten Maßnahmen und Projekte werden für das Bündnis für Familien geplant bzw. umgesetzt? 
  3. Wie schätzt die Verwaltung die Kooperation mit den Bündnispartnern konkret ein? 
  4. Gibt es hier Verbesserungsbedarf in der Zusammenarbeit?
    Wenn ja: in welchen Bereichen?

Auszug aus der öffentlichen Niederschrift über die 18. Sitzung des Rates vom 25.05.2011:

"Frau Bammann beantwortet die Fragen:

Zu Frage 1:
Welche konkreten Maßnahmen und Projekte wurden seit Bestehen des Siegener Bündnisses aus dem Jahr 2006 über die zuvor schon bestehenden Angebote hinaus für Familien auf den Weg gebracht?

Bei der Gründungsveranstaltung im März 2006 wurden 4 Themenbereiche verabre- det. In Arbeitsgruppen wurden zu diesen Themen konkrete Aktivitäten verabredet und umgesetzt.

1. „Vereinbarkeit Beruf und Familie“

Aktivitäten:

  • Befragung von Unternehmen bezüglich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

    (Febr. 2007)

  • Unternehmenswettbewerb „Familienunterstützende Maßnahmen am Arbeitsplatz

    (März 2008)

  • Installation eines Betreuungsangebotes in den Sommerferien 2010 für Schü-

    ler/innen in der Sek I (August 2010)

  • Teilnahme beim Ideenwettbewerb „Unterstützungsnetzwerke für Berufstätige mit

    Schulkindern“ (Nov. 2010)

  • Auszeichnung als Gewinnerprojekt und Beginn der Entwicklungspartnerschaft

    (Jan 2011)

  • Service-Paket für Unternehmen (Mai 2011)

2. Service für Familien-Internetauftritt

Aktivitäten:

  • Entwicklung eines Logos

  • Erstellung und Pflege der Seite www.familie-siegen.de

  • Erstellung eines Flyers zum Siegener Bündnis

    Aufgaben sind bereits in 2007 abgearbeitet. Die Seite www.familie-siegen.de wird weiterhin gepflegt.

    3. Älter werden in Siegen / inzwischen wurde dies Arbeitsgruppe umbenannt in Generationenfreundliches Lebensumfeld

    Aktivitäten:

  • Initiierung des Projektes Wohnpartnerschaften

  • Initiierung des Projektes Taschengeldbörse

  • Familienwoche (eine Woche Familienwoche bei Radio Siegen im Juli 2007) als

    Imagekampagne für Familie und zur Darstellung verschiedener Projekte im Sie-

    gener Bündnis

  • Beteiligung bei den Projekten „Starthilfe“ und Zeitpaten“

    Weitere Aktivitäten:

  • Aktionstag: Zeit für Familie im Mai 2009
    Verlosung von 20 Zeitgutscheinen über 2 Std. „Zeit für Familie“ für Beschäftigte (mit Kindern unter 18 Jahren) bei der Stadtverwaltung Siegen, des weiteren Akti- onen in Siegen unter Beteiligung von Freibädern, Bibliothek, Museen und Gastro- nomie . Zusätzlich wurde eine Talkrunde mit Politik, Stadträtin, Eltern und WDR mit Live Musik organisiert und durchgeführt

  • Präsentation des Siegener Bündnis im Sozialhäuschen (Dez. 2009 und Dez. 2010)

  • Workshop zur Standortbestimmung und Weiterentwicklung (Juni 2008)

  • Veranstaltung zur Vorstellung der Ergebnisse der Bürgerbefragung (Juni 2010)

    und zur Verabredung nächster Themen

  • Teilnahme und Beteiligung (Referententätigkeit) an Netzwerkkonferenzen, Regio-

    nalworkshops und Bundesweiten Bündniskongressen

  • Auszeichnung als Bündnis des Monats (Dez. 2008)

  • Beteiligung an Kindertagen (2007, 2008, 2009)

  • Beteiligung bei Sparkassentag „Du bist 1. Klasse“ ( Mai 2009, 2010)

  • Beteiligung an SILA und Seniorenmesse

  • Beteiligung bei der Messe „Entdecken und Erleben“ in der City Galerie

  • Aktionstag Siegener Bündnis für Familie in der City-Galerie (Okt. 2007)

  • Veröffentlichung: Siegener Familienratgeber (2010)

  • Beteiligung am Netzwerk W (Netzwerk Wiedereinstieg)

 
 

Zu Frage 2:
Welche neuen konkreten Maßnahmen und Projekte werden für das Bündnis für Fa- milie geplant bzw. umgesetzt?

Schwerpunktthemen in 2011:

Arbeit in der Entwicklungspartnerschaft „Unterstützungsnetzwerke für Berufstätige mit Schulkindern“
Ziel ist die Weiterentwicklung der bestehenden Betreuungsangebote, Entwicklung von zusätzlichen Angeboten für Randzeitenbetreuung, lückenloser Ferienbetreuung

Service-Paket für Unternehmen: Das Service-Paket für Unternehmen wurde in Ko- operation mit Bündnispartnern entwickelt. Unternehmen erhalten mit dem Service- Paket die Leistungen des Familienbüros sowie weiterer Bündnispartner zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein erster Fachtag für Unternehmen, zu dem die Wirtschaftsjunioren einladen, ist im Juli 2011 in Planung.

Zu Frage 3:
Wie schätzt die Verwaltung die Kooperation mit den Bündnispartnern konkret ein?

Die Kooperation mit einzelnen Bündnispartnern funktioniert bei der Planung und Um- setzung konkreter und auf eine begrenzte Dauer angelegte Projekte.
Für eine kontinuierliche Zusammenarbeit stehen nur wenige Kooperationspartner außerhalb der Verwaltung zur Verfügung. Das hat dazu geführt, dass der Steue- rungskreis inzwischen überwiegend aus Personen der Stadtverwaltung besteht.

Zu Frage 4:
Gibt es hier Verbesserungsbedarf in der Zusammenarbeit? Wenn ja: in welchen Be- reichen?

Der Erfolg eines Bündnisses ist auch abhängig von Personalkapazitäten, der Veran- kerung in Politik, Wirtschaft und Verwaltung und dem Bekenntnis zur Weiterentwick- lung von Familienfreundlichkeit einer Kommune bzw. einer Region.
Naturgegeben ist es schwierig, viele Kooperationspartner langfristig in Bündnisarbeit einzubinden. Dies gelingt im Siegener Bündnis wie beschrieben aber gut bei einzel- nen überschaubaren Projekten.

Die Koordinierung des Bündnisses erfolgt in Siegen durch 5 Stunden/Woche Perso- naleinsatz im Familienbüro. Dies wird vom Familienbüro als Minimum für eine Koor- dinierungsstelle eingeschätzt.
Für die Umsetzung zukünftiger Projekte wünscht sich das Siegener Bündnis unbe- dingt die Unterstützung von der Politik.